Anwendungsfälle

Vier Abläufe, Station für Station.

Der Process Builder stellt 65 Schritttypen bereit, von „Trigger“ über „Genehmigung“ bis „Digitale Signatur“. Diese Seite zeigt vier Beispielabläufe, wie Kanzleien und Unternehmen sie daraus zusammensetzen. Jede Station heißt hier genau so, wie sie auch in der Bausteinpalette heißt.

Use Case 1 · Posteingang

Von der Amtspost zur fertig zugeordneten Akte.

Der Ablauf startet, wenn die E-Mail eintrifft, nicht erst, wenn jemand dazu kommt, sie zu öffnen.

Der Eingang durchläuft acht Stationen, ohne dass jemand ihn anfasst: Die Anhänge werden geladen und auf lesbaren Text geprüft, Aktenzeichen und Absender aus dem Inhalt gezogen, dann entscheidet eine Bedingung, ob eine bestehende Akte betroffen ist. Zuordnung, Frist und Benachrichtigung folgen im selben Lauf.

Menschliche Arbeit beginnt erst dort, wo sie gebraucht wird: am fertig vorbereiteten Eingang, nicht am rohen Postfach.

Eingangs-Triage: acht Stationen, rechts der Baustein
Die Amtspost trifft im Postfach ein Startpunkt des Vorgangs; niemand muss ihn anstoßen Trigger
Die Anhänge der E-Mail kommen in den Vorgang jede Datei wird Teil des Laufs E-Mail-Anhänge laden
PDF ohne Textschicht? Dann wird OCR-gewandelt Lesbarkeit wird sichergestellt, nicht vorausgesetzt Anhänge OCR-prüfen
Aktenzeichen, Absender und Datum aus dem Text ziehen per Muster und lokaler KI, ohne Cloud-Zwang Daten extrahieren
Bekannte Akte oder neuer Vorgang? zwei Zweige, jeder mit eigenem Weg Bedingung
Der Eingang wird der Akte zugeordnet Akte, Frist oder Aufgabe entstehen im selben Schritt Akte/Mandant verwalten
Frist mit Berechnung und Warnung anlegen mit Vorfrist, sichtbar im Fristenkalender Frist
Die zuständige Person sieht den fertigen Eingang benachrichtigt, nicht beschäftigt Benachrichtigung
Acht von 65 Schritttypen. Rechts steht jeweils der Original-Name aus der Builder-Palette.
Use Case 2 · Dokument

Vom Entwurf zur versandfertigen Sendung.

Fünf Stationen bis zur Unterschrift; danach übernimmt die Maschine das Verpacken und den Versand.

DIALOGEingabeDie Sachbearbeitung erfasst die Angaben in einem Formular.
DOKUMENTEntwurfErzeugt aus Ihrer eigenen Vorlage: Ihre Bausteine, nicht unser Katalog.
DOKUMENT-REVIEWPrüfungPrüfen, bearbeiten, freigeben, direkt im Vorgang.
GENEHMIGUNGVier AugenFreigabe einholen, mit Timeout und Eskalation.
DIGITALE SIGNATURUnterschriftDigitale Unterschrift in den Stufen SES und AES.

Nach der Unterschrift laufen vier weitere Stationen ohne Zutun:

PDF komprimierenVerkleinertDas PDF wird auf Versandgröße gebracht.
PDF mit PasswortVerschlüsseltAES-256-Verschlüsselung für den Weg nach draußen.
ZIP-Bundle erstellenGebündeltAlle Dokumente des Vorgangs in einer Datei.
E-MailVersendetVersand aus dem Vorgang heraus, mit Vorlagen-Variablen.
Use Case 3 · Forderung

Ein Mahnlauf aus generischen Bausteinen.

Beträge und Wartezeiten kommen aus der Akte und Ihrer eigenen Formel, nicht aus einem starren Modul.

Dieser Ablauf besteht ausschließlich aus Allzweck-Bausteinen: Felder lesen, eine Formel auswerten, verzweigen, ein Schreiben aus der eigenen Vorlage erzeugen, versenden, warten, wiederholen. Was in der Formel steht und wie viele Stufen der Lauf hat, bestimmen Sie; der Builder gibt nur die Bausteine vor.

Vor der Eskalation steht ein Qualitätscheck: Er lässt den Lauf erst weiter, wenn die von Ihnen gesetzten Bedingungen erfüllt sind.

Mahnlauf: neun Stationen, rechts der Baustein
Die offene Forderung stößt den Lauf an Startpunkt des Vorgangs Trigger
Betrag und Fälligkeit aus der Akte lesen Aktenfelder werden Prozess-Variablen Aktenfeld lesen
Zins und Zahlungsfrist nach Ihrer Formel Berechnung oder Formel auswerten Formel berechnen
Bezahlt oder weiter offen? zwei Zweige, jeder mit eigenem Weg Bedingung
Mahnschreiben aus Ihrer eigenen Vorlage Ihre Bausteine, nicht unser Katalog Dokument
Das Schreiben geht hinaus E-Mail mit Vorlagen-Variablen E-Mail
Wartezeit bis zur nächsten Stufe feste Wartezeit: Minuten, Stunden, Tage Pause/Verzögerung
Nächste Mahnstufe, solange offen wiederholt die Stationen je Stufe Schleife
Eskalation nur, wenn die Prüfung es zulässt Bedingung prüfen: blockieren oder durchlassen Qualitätscheck
Neun von 65 Schritttypen, keiner davon ist ein Spezialmodul.
Use Case 4 · Fristen

Die Fristenkette nach Urteilszustellung, ohne Kalenderpflege von Hand.

Ein zugestelltes Urteil löst zwei Fristen aus, die nicht verwechselt werden dürfen. Der Lauf legt beide an, bevor jemand daran denken muss.

Der Lauf startet, sobald das Urteil in der Akte liegt, liest das Zustellungsdatum aus dem Dokument und legt Berufungs- und Begründungsfrist mit Vorfrist und Warnung an. Fällt ein Fristende auf ein Wochenende oder einen Feiertag, rollt es auf den nächsten Werktag.

Über das Mandanten-Portal holt der Lauf die Weisung ein. Der Schriftsatz geht erst hinaus, wenn der Anwalt ihn freigegeben hat. Die Fristen berechnet der Lauf nach den Regeln, die Sie hinterlegen; die Kontrolle bleibt beim Anwalt.

AkteArtFälligEskalation
142/26Berufung17.07.2026Sekretariat
142/26Begründung17.08.2026Anwalt
98/26Stellungnahme02.07.2026kritisch
Fristenkette: sieben Stationen
Das zugestellte Urteil kommt in die Akte Startpunkt des Vorgangs Trigger
Zustellungsdatum aus dem Urteil lesen Muster und lokale KI, kein externer Dienst Daten extrahieren
Berufungsfrist: ein Monat ab Zustellung § 517 ZPO, mit Vorfrist und Warnung Frist
Begründungsfrist: zwei Monate ab Zustellung § 520 Abs. 2 ZPO, läuft ab Zustellung, nicht ab Einlegung Frist
Der Mandant entscheidet über die Berufung Weisung über das Mandanten-Portal Mandanten-Portal-Anfrage
Berufung gewünscht oder nicht? zwei Zweige, jeder mit eigenem Weg Bedingung
Der Schriftsatz geht erst nach Freigabe hinaus Freigabe einholen: Vier-Augen, Frist, Eskalation Genehmigung
Sieben von 65 Schritttypen. Die Tabelle links zeigt schematische Beispieldaten.
Woher die Bausteine kommen

Sie müssen nicht bei null anfangen.

  • 65 Schritttypen in der Palette. Ablaufsteuerung, Mensch & Wartezeit, Aktionen & Versand, Datenfluss, Browser & Desktop: jede Station auf dieser Seite trägt den Original-Namen aus dieser Palette.
  • Fertige Vorlagen je Kanzleityp. Rechtsanwaltskanzleien starten u. a. mit „Mandanten-Onboarding“, „Fristen-/Terminkontrolle“ und „Mahnverfahren / Inkasso“; Notariate mit „Beurkundung vorbereiten“ und „Vollzug nach Beurkundung“.
  • Vorlage oder eigener Bau, beides ist derselbe Builder. Jede Vorlage lässt sich öffnen, umbauen und erweitern; jeder eigene Ablauf nutzt dieselben Bausteine wie die vier Beispiele oben.

Ehrlichkeit: Die vier Abläufe sind Beispiele, wie sich die vorhandenen Bausteine zusammensetzen lassen, keine Screenshots einer fremden Kanzlei und keine erfundenen Funktionen.